Unsere Deutsche Wurzeln - Our German Roots
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HEIMATBUCH DUNESDORF: [Einleitung ] [Gemeinde] [Geschichte] [Zwangsarbeit in Rußland] [20. Jahrhundert] [Bräuche und die Nachbarschaft] [Geschichten aus dem Zeitgeschehen]

GESCHICHTE der Gemeinde DUNESDORF (Siebenbürgen)

Text von Lehrer Peter Beindressler (1913-1994). Farbbilder (1990) von B.G. Wiehle.


Warum nennt man unsere Vorfahren Sachsen?

EuropaIn den ältesten Urkunden heißen sie Teutonici und Flandrenses, erst später Saxones: Diesen Namen erhielten sie anscheinend von den Ungarn.

Als Nomadenvolk sind die Ungarn im 11. Jahrhundert über Siebenbürgen in die Pannonische Tiefebene eingewandert und haben sich dort festgesetzt. Sie verstanden aber wenig vom Ackerbau. Auf ihren Kriegszügen lernten sie Land und Leute der Niedersachsen kennen. Als unsere Vorfahren nach Siebenbürgen einwanderten, stellten die Ungarn die Ähnlichkeit zwischen den Sprachen [Wesensarten] beider Völker fest und nannten diese auch Sachsen. 1

Jedoch ähnelt unsere Mundart mehr mit der aus der Eifel, woher auch unsere Ortsnamen in Siebenbürgen teilweise stammen, ist aber auch verwandt mit der aus Luxemburg. Ein Zeichen, daß dort die Urheimat unserer Vorfahren sein muß. 2

Warum verließen unsere Vorfahren ihre alte Heimat und zogen in fernes, weites Land? 3

Die Völkerwanderung war von den sumpfigen Gebieten an Oder und Elbe nach Süden abgelenkt worden, wohin sie auch der große Glanz und Reichtum Italiens lockte. So blieb unsere Ursprungsheimat, Westdeutschland, frei von Zerstörungen und konnte sich in Frieden entwickeln. Durch Zunahme der Bevölkerung wurde der Boden schließlich zu knapp, um alle Bewohner zu ernähren, und gab Anlaß zur Wanderung nach Osten. Dort gab es damals noch viele Ödstellen, die urbar gemacht werden konnten.

Nach Ostland wollen wir reiten, 4
Hingehn, ins östliche Land,
All über die grüne Heide,
da ist ein besseres Land.

Zur gleichen Zeit trafen Boten des ungarischen Königs im Westen Deutschlands ein und warben erfahrene Männer, die es verstanden, sumpfigen Boden zu entwässern und wüstes Land urbar zu machen. Doch sollten sie hier neben dem Pflug auch das Schwert führen, gegen die einbrechenden Plündervölker aus dem Osten. Ihre Aufgabe sollte es demnach nicht nur sein, ertragreichen Boden zu schaffen, sondern auch Feinde abzuwehren und somit "ad retinendam coronam" (lat. zum Schutze der Krone) zu wirken.

Die Gebiete, wo die Auswanderer angesiedelt wurden, nannte der Goldene Freibrief [1224] 5 "Königsboden".

Die darauf Wohnenden hatten gleiche Rechte und Pflichten. Der Königsboden war in "sieben Stühle" 6 eingeteilt:

Alle Stühle waren zu einem großen Gauverband zusammengeschlossen, deren einziger Vorgesetzter der Hermannstädter Graf war. Dieser wurde vom ungarischen König eingesetzt und war nur ihm allein verantwortlich. Die Einwanderer erhielten eigene Gerichtsbarkeit, eigene Verwaltungsbeamte, gründeten eigene Schulen. Pfarrer und Beamte wählten sie sich selber. Somit lebten die Neusiedler aufgrund von Sonderrechten (Privilegien) in ihrem neuen Staat.

Viele Sachsen, die den Königsboden verließen und sich auf Adelsboden locken ließen, sind Hörige oder sogar Leibeigene geworden. Sie mußten ihren adligen Grundherren mehrere Tage in der Woche Frondienst und auch Abgaben von ihrer Ernte leisten.

 

Dunesdorf und das Laßler Kirchenkapitel

In seiner Schrift "Das Laßler Kapitel", erschienen 1901, stellt Dr. G.A. Schuller fest, daß Groß-Lasseln und Dunesdorf "eine besondere, kleine Gruppe der Kapitelsgemeinden bilden". Sie seien in den bis dahin bekannten Urkunden "nie mit den sechs anderen Kapitelsgemeinden zusamm genannt".

Acht Gemeinden gehörten von altersher zum Laßler Kapitel: Groß-Lasseln, Rauthal, Neudorf, Malmkrog, Felsendorf, Kreisch, Peschendorf, Dunesdorf. "Rechtlich" hätten Dunesdorf und Lasseln nie zusammengehört, kirchlich jedoch ja, heißt es in der obengenannten Schrift.

Es ist schon oft darüber geschrieben oder berichtet worden:
Dunesdorf war und ist eine kleine (von den Siebenbürger Sachsen, trotz hohen Rumänenanteils) als sächsisch empfundene Gemeinde. Es fällt kulturhistorisch viel weniger auf als andere Nachbarorte. Es kann keine denkmalgeschützten Sakralbauten von besonderem Wert aufweisen. 7

Eine historische Einzelheit ist jedoch frappierend: Krieg und Pest hatten die vormals zahlenmäßig nicht unbedeutende Bevölkerung so dezimiert, daß die Gemeinde Mitte des 17. Jahrhunderts fast aufgegeben wurde und praktisch "von Schäßburg aus" (Dr. G. A. Schuller) ein zweites Mal gegründet wurde. Es wurden auch "Rumänen zu Stuhlsgenossen in den Gemeindeverband" aufgenommen. Diese vermehrten sich rascher als die Sachsen, so daß sie zu Beginn des 20.Jahrhunderts Dreiviertel der Gemeindebevölkerung ausmachten. 8

Die "Capitel" der sächsischen Geistlichen entstanden bald nach der Gründung der siebenbürgischen "Stühle". Man hatte gemeinsame Interessen und war auf gegenseitige Hilfe angewiesen. So schlossen sich die beieinanderliegenden Gemeinden auch kirchlich zusammen. Zum erstenmal trat das Laßler Kapitel hervor, als alle Kapitel sich zusammenschlossen. Schon im Jahre 1309, also Jahrzehnte vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Gemeinde Dunesdorf, ist von den Geistlichen "Herricus von Malmkrog" und "Herricus von Peschendorf" die Rede. 9

Und dann von einem Kapitelsbruder, Ulricus, der die Dekanatswürde erhielt und möglicherweise seinen Sitz in "Sancto Ladislao" hatte, also in Lasseln. In der Zeit vor der Reformation berichtet die Kirchengeschichte über viele Streitigkeiten zwischen unter- und übergeordneten Autoritäten, auch davon, daß einige strittige Anliegen bis vor den Papst kamen. Trotzt verschiedentlicher Machtkämpfe hat die Kirche seit jeher ihre Rolle zum Fortbestand unseres Völkchens wahrgenommen. Sie war kulturträger Nummer eins.10 Dunesdorf wird in den Schriften, die sich mit der Kirchengeschichte befassen recht selten erwähnt, meist nur nebenbei, zum Beispiel wenn von Abgaben die Rede ist.11

Die Rolle der Kirche im Schulwesen ist bekannt. Manches siebenbürgische Dorf hatte schon eine Schule und einen Lehrer (oder Predigerlehrer), als es diese im "Mutterland", in deutschen Ländern noch nicht gab. Die Kirche hatte laut Satzung die Aufsicht über die Schulen, was auch schon in vorreformatorischer Zeit galt.12

Es ist erwiesen, daß Lasseln und Dunesdorf schon 1488, möglicherweise bereits etwas früher, "Schulhäuser" hatten. Auch in diesem Zusammenhang eine geringere Rolle zugeschrieben; etwa durch die Feststellung von Dr. Schuller, daß nur Felsendorf "weniger leistungsfähig" gewesen sei.

Über den Kirchenbau - wie übrigens in den meisten Nachbarorten - wird Anfang des 16. Jahrhunderts berichtet. Sichere Quellen sprechen vom Kirchenbau in den Jahren 1504 bis 1506. Dafür wurden den Gemeinden Steuernachlässe gewährt "ad fabricam ecclesiae" (lat.= zum Bau der Kirche). Es war die Zeit einer allgemeinen Befestigung der Kirchen zur besseren Verteidigung. Demnach hatten schon Kirchen bestanden, und dieses waren nun praktisch Um- oder Neubauten.13

 

Gründung der Gemeinde Dunesdorf

Aussichten vom Kirchturm
Nach Norden
Nach Norden, Kockeltal und Groß Alisch
Nach Osten
Nach Osten, Richtung Marienburg und Schäßburg
Nach Süden
Nach Süden, Richtung Kreisch
Nach Westen
Nach Westen, Richtung Halvelagen, Elisabethstadt und Mediasch
Dorfstraße
Dunesdorf, Dorfstraße, Kanzelei, nach Osten

Wann Dunesdorf gegründet wurde, ist uns nicht bekannt. Zu der Zeit gab es nur wenige schriftkundige Menschen; es existierten Stadt- oder Klosterschulen. Die Stadtschulen bildeten Verwaltungsbeamte aus, und die Klosterschulen lehrten ihre Mönche in der Bibel lesen und Bücher abschreiben. Wer also Daten aus jener Zeit suchen will, muß sich mit Texten von Gerichten, Finanzämtern und Klöstern beschäftigen. Und tatsächlich stammen von dort auch die meisten Daten über unsere Gemeinde; freilich nicht über die Gründung, sondern über das schon existierende Dunesdorf.

Die Einwanderer, die sich anfangs in Siebenbürgen auf dem Königsboden ansiedelten, hatten den Boden zum Eigentum bekommen. Später gründeten Adlige und Klöster in den noch nicht besiedelten Gegenden ebenfalls Siedlungen und verpflichteten deren Bewohner zu hohen Abgaben.14

Die erste urkundliche Erwähnung unserer Gemeinde datiert aus dem Jahre 1348. Gelegentlich einer Versammlung des ungarischen Adels in Thorenburg (Turda) behauptete der Abt des Klosters Kolozsmonostor (rum. Manasturi) bei Klausenburg, daß die "zwischen den Sachsen u. Seklern" liegenden fünf Besitzungen Halwelagen, Großlaßeln, Groß-Alisch, Dunnesdorf u. Pruden, sowie 2 Seklerdörfer dem Kloster v. Kolozsmonostor gehören. Nun befinden sie sich aber in fremden Händen. Dagegen erhebt der Abt Einspruch.

Demnach waren die 5 genannten sächsischen Dörfer anfangs untertänige Besitzungen bzw. Besitz der bedeutenden Abtei Kolozsmonostor neben Klausenburg. Wohl wegen die Entfernung gelang es dem Abtei nicht, sich in diesem Besitz zu bekämpfen. Es ist nichts bekannt, daß dieser Protest des Abtes irgend eine Folge gehabt hätte. Wahrscheinlich hatte der Schäßburger Stuhl damals schon diese Orte seinem Machtgebiet einverleibt, so daß sie freie Königsgemeindeboden werden konnten.

Den gleichen Anspruch wie oben erhob der Abt des gleichen Klosters  vor dem Großwardeiner Kapital auch 1411, daß mehrere Klosterbesitzungen gewaltsam von Fremden besetzt gehalten werden u. dem Kloster entzogen worden sind. Unter diesen Besitzungen werden, unter andern, auch folgende Orte genannt: Dunesdorf, Großlaßeln, Großalisch, Halvelagen und Pruden. Allerdings erfolglos. Seinen Anspruch konnte er nicht durchsetzen.

 

Hattertstreitigkeiten

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts hatten die Einwohner von Groß-Lasseln ("sanct Ladislao") ein seit altersher zu Dunesdorf ("Dansdorff") gehöriges Gebiet besetzt und sogar eine Urkunde des Königs Sigismund darüber erworben. Daraufhin strengte unsere Gemeinde vor der Schäßburger Stuhlsversammlung einen Prozeß gegen Groß-Lasseln an. Vom König hatten die 7 Stühle den Auftrag erhalten den Dunnesdorfern zu ihrem Recht zu verhelfen, die behautet haben auch die Großlaßler widerrechtlich ihr altes Hattertgebiet besetzt hätten.  Bei der Untersuchung schwören Männer aus Pruden ("Nicolaum filium Hille vilicum de Prudei") und Groß-Alisch ("Johannem villicum de Ewlusch, Gerlacum circa ecclesium Theodecumczurg"), daß das strittige Hattertgebiet immer von den Dunesdorfern bearbeitet worden sei. Dunesdorf bekam schließlich sein Gebiet zurück, was der Schaßburger Stuhl am 3. Januar 1393 auch bestätigte. Die Großlaßler Senioren u. das ganze Volk treten nun an die Senioren u. das Volk von Dunnesdorf das streitige Hattertgebiet ab. Dieses bezeugen die Richter ("Iurati consules") der Comes und die Gesamtheit der Senioren des Schäßburger Stuhles ("sedis Segeswar"). 

1431 Auf Wunsch der Gemeinde Dunnesdorf, vertreten durch Jacob Lang, Peter Thome u. Peter Textor begläubigen die "Sieben Stühlen" die Urkunde von 1393, betreffend den Grenzstreit mit Großlaßeln. 

Aus dem 15. Jahrhundert kennen wir noch eine Urkunde, demzufolge die Dunesdorfer am "Kryspach" einen Fischteich errichtet hatten.15

1488 gab es die in Siebenbürgen älteste bekannte Bevölkerungszählung. Dunnesdorf ("Danis") wird als freie Gemeinde des Schäßburger Stuhles genannt. "Danis" ist von 38 "Gäste" (Wirte) und drei Hirten bewohnt. Im Ort befindet sich eine Schule, eine Mühle und 3 "wüste (=leere) Häuser". Dunesdorf steht damit an drittletzter Stelle im Schäßburger Stuhl. Kleiner waren nur Neithausen und Wolkendorf.

Im Gegensatz zu Hattertstreitigkeiten hat es aber auch Hattert-GEMEINSCHAFTEN gegeben. Im Jahre 1561 waren die Dunesdorfer nämlich mit den Groß-Laßlern übereingekommen, ein Gebiet an der Kokel gemeinsam als Viehweide zu nützen. Diese Übereinkunft wurde erst nach einem Jahrhundert aufgelöst.

Türkenzerstörungen

In der Folgezeit hatten die Dunesdorfer etwas mehr als 200 Jahrelang ein schweres Los zu tragen:

Die Türken, aus Asien kommend, waren in Europa eingedrungen und bedrohten das christliche Abendland. Schon 1395 fielen sie im Burzenland ein. 1420 zerstörten sie Broos und verheerten den ganzen Unterwald. 1437 zerstörten sie Mühlbach, wie die "Geschichte des Mühlbacher Studenten" aus Rumes eindringlich schildert.

Die Siebenbürger Sachsen beeilten sich Burgen16 zu bauen, um sich leichter wehren zu können. Auch Dunesdorf errichtete in dieser Zeit eine Kirchenburg, die Kirche, Schule und Pfarrhaus umfaßte. Ein Teil der Ringmauer, an der Landstraße entlang, steht heute noch. Freilich ist sie viel niedriger als ursprünglich.

Über die Heimsuchungen der Dunesdorfer durch die Türken wissen wir nichts Näheres, aber es gibt einige Daten aus dieser Zeit, die erschütternde Zustände ausweisen. So werden der Gemeinde in den Jahren 1503 - 1507 viermal die Gemeindesteuern nachgelassen, weil die Armut zu groß ist.

Dazu kommt noch, daß die Gemeinde 1507 vollkommen niederbrannte. Die Ursache kann hier wohl keine andere sein, als die barbarischen Türken.17

1532 Als Gemeinde des Schäßburger Stuhles wird der Ort "Dunesdorf" mit 35 Wirten genannt.

Im Jahr 1550 brannte Dunesdorf wieder ab. 

Nach dem Brand von 1550 scheint jedoch ein wirtschaftlicher Aufschwung gekommen zu sein, denn es wird berichtet, daß die Einwohnerzahl ständig zunahm und 1595 die "Rekordzahl" von 90 Wirten erreichte.

Doch schon 10 Jahre später schlägt dieser Aufschwung ins Gegenteil um. Nach verheerenden Kriegsfolgen zählt das Steueramt im Jahre 1609 für Dunesdorf nur noch 7 Wirte auf, für Pruden 6 und für Halvelagen immerhin 16.

1638-1650, also 300 Jahre später [nach der Gründung], hat es noch einmal eine Grenzstreitigkeit gegeben, und zwar zwischen Grafen Franz und Michael Bethlen einerseits, die in der Nachbarschaft untertänige Gemeinden besaßen und den Ortschaften Schäßburg, Dunesdorf und Groß-Lasseln andererseits. Nach großem Kostenaufwand gelingt es schließlich nach einer Prozeßdauer von 12 Jahren, ein Einvernehmen zu erzielen, demgemäß den Bethlens vom Hattertgebiet der drei Ortschaften ein Stück Wald und Grund abgetreten wird und neue "Hatterthaufen" errichtet werden.18

Im Jahre 1656 richteten die Einwohner von Dunesdorf ein Gesuch an den Schäßburger Magistrat, worin es heißt: "Unsere zerrüttete und leutarme Gemein möchte durch etwan einige Mittel erneut und wiederumb auf die Füsse gebracht werden". Daraufhin erließ der Magistrat die Zahlung des Michaeliszinses und setzte für alle, die sich in Dunesdorf niederlassen wurden, eine vierjährige Befreiung von Steuer- und Fuhrdiensten fest. Dafür übernahm der Schäßburger Magistrat von der Gemeinde Dunesdorf zwei Wiesengründe als Pfandbesitz und verpflichtete sich, die Steuern der Gemeinde zu zahlen.

1658 Anfang August bis Anfang September. Die gegen den abgesetzten Fürsten Georg Rakotzi II: anrückenden türkischen Truppen verbrennen den Ort.

1661 October. Von streifenden Tatarenhaufen werden auf dem Feld arbeitende Bauern verschleppt.

Trotz der Unterstützung von Schäßburg konnte sich die Gemeinde nicht erholen. Durch weitere Kämpfe in Siebenbürgen sank die Einwohnerzahl 1663 auf 3,5 Wirte.

Die Gemeinde war zur weitaus kleinsten Ortschaft des Stuhles abgesunken. Türkische Truppen hatten Dunesdorf wieder einmal verbrannt, und herumstreifende Tatarenhaufen hatten auf dem Feld arbeitende Bauern gefangen und verschleppt. Dazu hatte noch die Pest gewütet. In einem Dokument um 1665 heißt es: Dunesdorf ist so verödet, daß es von Schäßburg aus neu besiedelt werden muß.

In den folgenden Jahren -vor 1668- wurde den Rumänen in Dunesdorf Bürgerrecht erteilt und eine Neuaufteilung des Hatterts vorgenommen, weil die Besitzer durch Kriege und Pest umgekommen waren.

Orthodoxe Kirche
Dunesdorf, rumänische (orthodoxe) Kirche

Auch Rumänen werden in den Gemeindeverband aufgenommen. Im Jahre 1668 wurden auch die Bezüge des rumänischen Pfarrers geregelt. Der ganze Hattert wird neu aufgeteilt.

Die Zählung des Schäßburger Stuhls von 1671 widerspiegelt die neue Sachlage und führt in Dunesdorf ("Danos") an: 7 sächsische und 28 rumänische "Bürger" (=cives), einen sächsischen und fünf rumänische "Sedler" (=Mieter ohne eigenen Hausbesitz) sowie drei Witwen.

1673 Es wird berichtet, daß in die durch Krieg u. Pest wüst gewordene Gemeinde kurz vor 1671 Sachsen u. Rumänen aufgenommen worden sind. In diesem Zusammenhang wurde der ganze Hattert, einschließlich den Kirchenländern, neu aufgeteilt.

Erinnert sei hier an ähnliche Zustände in Keisd, die in der gleichen Zeit zum Aufstand von 1673-1678 führten.

Die Beziehungen zwischen "beyder Nationen Einwohner von Danos" wurden durch einen Beschluß des Schäßburger Rathes vom 25. Oktober 1680 in fünf Punkten neu geregelt. Aus dem Vorwort entnehmen wir, daß "vieler Pressuren (=Bedrückungen) wegen, alle Einwohner beyder Nationen aufrührerisch und die Gemein wollen verlassen und wegziehen".

Nach der Zahlung der Steuerträger im Jahre 1685 gab es in Dunesdorf 11 sächsische und 28 rumänische Wirte, ferner fünf sächsische und 9 rumänische Sedler.

In den folgenden Artikeln, "nach welchen sie sich künftige Zeit sollen regulieren, und untereinander friedlich leben", wird festgesetzt, daß an der Spitze der Ortsverwaltung der Hann steht, und ihm zur Seite eine aus acht "Teutschen" und acht Rumänen bestehende "Altschaft aus beyder Nationen". Dazu sollen "der Alten, Ehrbaresten und redlichsten Leute erwehlt werden".

Der Hann war der Altschaft rechenschaftspflichtig, "von allem richtig Rechenschaft geben wohin solches kommen und gewendet sei worden", ebenso die "Mühlenherren". Die Altschaft hatte die Einkünfte zu verwalten, "was zum Besten der Gemein übrig erhalten worden".

Da die Gemeinde Dunesdorf an einer der Hauptstraßen des Landes lag, mußte sie sehr viele Vorspanndienste leisten, "verreisen", wie es in der Urkunde heißt.

Weil man dies nur mit "Zuchtgütern" (=Zugvieh) tun konnte, wurde zugunsten der Zugviehzucht die Höchstzahl der "Mölkschaf", (=Melkschafe, Milchschafe) auf 10 je Hauswirt beschränkt.

Der letzte Artikel sieht vor, daß die jungen Eheleute von dem "Ruhlandt" (Rodland = zu rodendes Land?) von den Weingärten "im Fall sie sie pflanzen werden" und aus vom "wüsten" Land zugeteilt bekommen, "wodurch sie ihr Brodt können suchen".

Das Dunesdorfer Statut von 1680 ist das älteste uns bekannte dieser Art aus der Umgebung von Schäßburg. Als solches stellt es ein wichtiges Zeugnis für das jahrhundertelange Zusammenleben von Sachsen und Rumänen dar, nicht nur in dieser Gemeinde Siebenbürgens.19

1751 Es wird berichtet, daß die Ackerländer unlöslich mit den Hofstellen verbunden sind.

Dunesdorf - Alter der Verstorbenen (Death Distribution)

[Von den Sterberegistern der Dunesdorfer Kirche, kann man Tabellen aufstellen die zeigen wie viele in welchem Alter verstorben sind. In der Graphik links, sieht man das bis in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sind um 40% der Einwohner schon as kleine Kinder gestorben].

......

[1849 Ungarischer Austand]

......

 

Kulturelle Fortschritte

Schon im Jahre 1543 waren die Siebenbürger Sachsen unter dem Einfluß von Johannes Honterus20 geschlossen zum lutherischen Glauben übergetreten. Damit nun die ins "Deitsche" ["Teutsche", deutsch] übertragene Bibel gelesen werden könne, führte auch die allgemeine Volksschule21 verpflichtend ein. Heute wissen wir, daß die Siebenbürger Sachsen als erstes22  aller Völker die Volksschule besaßen.

1845 gründete St. L. Roth23 den "Landwirtschaftlichen Verein". Es erschienen die "Landwirtschaftlichen Blätter" und belehrten die Sachsen, die Bodenbearbeitung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu betreiben, zum Zwecke eines höheren Bodenertrages. [Es] wurden Kurse veranstaltet, und zur Fortbildung auch landwirtschaftliche Schulen gegründet (Mediasch, Marienburg)

1885 gründete Dr. Karl Wolf die ersten Raiffeisenbanken mit dem Ziel, die wirtschaftliche Lage der S. Sachsen zu starken. Nach diesem Vorbild haben bald alle Gemeinden -auch Dunesdorf- diese Einrichtungen übernommen und selbständig geführt.

Die Feldfrüchte wurden nun nicht mehr auf den Markt geführt, sondern auch in der Vieh- und Schweinezucht verwertet. So wuchsen die Einkünfte. Der sächsische Bauer wurde ein fachmännisch ausgebildeter Landwirt.24 [Siehe: Landwirtschaftsverein]

 

Geschichtliches

Rechtslage

Dunnesdorf ist eine untertänige Gemeinde gewesen u. war eine Besitzung der Abtei Kolozsmonostor neben Klausenburg. 1348 ist die Gemeinde schon nicht mehr unter der Herrschaft der Abtei u. vergeblich versucht der Abt dieselbe zu reklamieren. Es gelingt der Gemeinde sich frei zu machen u. 1393 ist sie schone eine freie Königsbodengemeinde des Schäßburger Stuhles und das erstemal eindeutig als solche genannt. In diesem Rechtszustand verbleibt sie, trotzdem auch 1411 der Abt von Kolozsmonostor dagegen Protest erhebt. Dunnesdorf ist eine Gemeinde des Laßler Kapitels u. wird also solche 1532 das erstemal erwähnt.

Zehntrecht
Dunesdorf, Kanzelei und Geschäft
Dunesdorf, Kanzelei und Geschäft (alte Postkarte)

Da der Pfarrer Mitglied des Laßler Kapitels war, bezog er nur eine einzige Zehntquarten, während in der vorreformatorischen Zeit 3 Quarten der Weißenburger Bischof u. nach der Reformation der Fürst bekam. Kathedralzins war keiner zu entrichten.

Nur 1571 ist nachweisbar, daß die Pfarrer die Archidiakonatsgebühr gezahlt haben von einem Goldgulden, jedoch im genannten Jahr davon befreit worden waren.

Später bekam die 3 Zehntquarten der Fiskus.

Das "Forum productionate" (staatl. Gericht) bestätigte 1786, daß der Pfarrer eine Zehntq. erhält.

Zünfte

1431 ist ein Goldschmied in Dunnesdorf tätig.

Viehbrandzeichen

Dunesdorfer ViehbrandzeichenDas Dunesdorfer Viehbrandzeichen erscheint in einer Sammlung von 233 siebenbürgischen Viehbrandzeichen aus dem Jahre 1826, "Abbildung der in den sächsischen Ortschaften bestehenden Viehbrandzeichen nach den einzelnen Stühlen und Districten geordnet" (herausgeben in Hermannstadt).25 Viehbrandzeichen wurden in manchen Fällen auch auf Siegeln als Ortswappen benützt. Die Runen-artigen sächsischen Viehbrandzeichen sollen sehr alt sein, vielleicht von den ersten deutschen Siedler aus dem Moselgebiet mitgebracht.

Wechselhaftes Schicksal

Nach dem ersten Weltkrieg kam Siebenbürgen unter Rumänische Herrschaft. Die Last der Steuern zwang viele Sachsen zur Auswanderung in die USA und nach Kanada, um Geld zu verdienen.26 [Siehe: Die soziale Lage der Siebenbürger Sachsen nach dem Ersten Weltkrieg]

Aus Dunesdorf zogen 74 Menschen aus, aber nur 29 kehrten zurück. Damals kostete der Dollar 150-180 Lei, womit die Heimkehrer ihre wirtschaftliche Lage um vieles verbessern konnten. Sie kauften Grundstücke oder bauten Häuser und Wirtschaftsgebäude.

1937 Es wird mit dem Bau des ev. Gemeindehauses begonnen

1939 20. August Das neue evang. Gemeindehaus (Saal) wird eingeweiht.27

 

Doch dann kam der Zweite Weltkrieg

Von 28 Männern, die einrückten, sind die Hälfte gefallen. Von den überlebenden blieben 6 in Deutschland oder in den USA. Von den nach Rußland Verschleppten sind 3 gestorben.

Von Seite 20 trage ich hier folgende Namen von Gefallenen vor:

  1. Baier, Johann, Hausnummer 157
  2. Baier, Stefan, Hausnummer 164
  3. Baier, Michael, Hausnummer 171
  4. Schuster, Michael, Hausnummer 275
  5. Keul, Johann, Hausnummer 276
  6. Keul, Peter, Hausnummer 276
  7. Kreutzer, Johann, Hausnummer 277
  8. Binder, Johann, Hausnummer 276
  9. Fabian, Michael, Hausnummer 280
  10. Fabian, Johann, Hausnummer 280
  11. Acker, Georg, Hausnummer ???
  12. Acker, Martin, Hausnummer ???
  13. Baier, Martin, Hausnummer 323
  14. Bordon, Johann, Hausnummer 326 (im rumänischen Heer gefallen)

Während der Deportation sind in Rußland gestorben28:

  1. Binder, Alfred, Hausnummer 158
  2. Krafft, Johann, Hausnummer 270
  3. Baier, Wilhelm, Hausnummer 163

. . .


Bemerkungen

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  1. Anmerkung vom unbekannten Rezensent: "von der neueren Forschung wird dieses ganz anders gesehen..."
  2. Anmerkung: "Gustav Kisch, siebenb. Sprachforscher, hat anhand der Orts- und Flurnamen versucht, die Herkunft der Sbb. Sachsen zu ergründen. Seine Schlüsse lassen sich nicht halten. Das Problem ist erheblich vielschichtiger." 
    Kisch, Gustav (1869-1938): Vergleichendes Wörterbuch der Nösner (siebenbürgischen) und mosel - fränkisch - luxemburgischen Mundart (172), in: "Zeitschrift des Vereins für rheinische und westfälische Volkskunde", 1906. 
    Kisch, Gustav: Siebenbürgen im Lichte der Sprache, in: Archiv des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde 45 (1929) 33-328.
    Siehe auch "Die Mundart der Siebenbürger Sachsen" und " Sprachbilder in siebenbürgisch-sächsischer Mundart"
  3. Anmerkung: "Teutsch könnte das noch so gesehen haben. Auch hier sind inzwischen vielfältigere Zusammenhänge herausgearbeitet worden. Deshalb würde ich Ihnen raten, sich an eine neuere Quelle zu halten und daraus einfach zu zitieren. Schließlich ist es nicht Aufgabe eines Heimatbuches, dies in breiter Form neu zu erörtern. Ein grober Rahmen, in den dann Dunnesdorf eingestetzt würde, könnte die Zusammenhänge genügend verdeutlichen." Geschichte der Siebenbürger Sachsen, Erster Band von G.D.Teutsch (Text von 1852).
  4. "Nach Ostland wollen wir reiten": ein flämisches Auswandererlied aus dem 12. und 13. Jahrhundert.
  5. "Goldene Freibrief" (1224, auch "Andreanum" genannt), "Königsboden": Entstehung und Recht.
  6. Anmerkung: "Eigentlich waren es mit Hermannstadt 8."
  7. Anmerkung: "So tief brauchen Sie das nicht zu hängen. Die Tatsache, daß solche -bei aller Einfachheit- vorhanden sind, genügt als Zeugnis unserer Bauernkultur. Generationen haben sich darin heimisch gefühlt, weshalb es unbedingt erforderlich ist, darauf genau einzugehen: Mit viel Liebe und Einfühlung, und Respekt!"
  8. Anmerkungen: "Dies haben Sie schon früher erwähnt, was sich leicht korrigieren läßt.
    Sehr interessant wäre es aber, zumindest über die einzelnen Jahrhunderte, wenn nicht Jahrzehnte hinweg die Bevölkerungsentwicklung statistisch nachzuvollziehen. Zwar stimmt es offensichtlich, daß sich die Rumänen intensiver vermehrt haben als unsere Leute, doch wie von den einen über Jahrhunderte Verhütung betrieben wurde, während die andern "drauflos" gingen, wird sich nicht klaren lassen. Ob es die alltägliche Besorgtheit um wirtschaftliches Fortkommen war? In Schirkanyen, dem Herkunftsort meiner Frau, hatten "sie" es schon zum Anfang unseres Jahrhunderts zur Ein- beziehungsweise Zweikindehe gebracht, damit das Vermögen ja nicht auf zu viele aufzuteilen war. Daß es wahrscheinlich der entgegengesetzte Pendelschlag zur Untertänigkeit bis 1848 war, scheint plausibel. Wie aber wurde das erreicht? Ob es nicht doch etwas mit unserer gewissermaßen "konservierten" Dorfgesellschaft zu tun hatte, daß die Fruchtbarkeit erheblich nachließ. Ich weiß es nicht! Dennoch bitte ich Sie, zu dieser Dunesdorfer Entwicklung Ergänzungen einzuholen. Mit einem Satz kann das nicht abgetan werden."
  9. Anmerkung: "Achtung: Der Schäßburger Stuhl ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der zuletzt besiedelte (1325 ?) (Binnensiedlung!), selbst wenn die Schäßburger als angebliche Urbilder der Siebenbürger Sachsen gehandelt wurden. Demzufolge kann man sich nicht "automatisch" auf die vorherige Existenz von Dunesdorf berufen."
  10. Anmerkung: "Hier müßten entsprechende Tatsachen folgen, die sich auf Dunesdorf beziehen. Ansonsten kann der Satz zugunsten einer allgemeinen Einleitung entfallen."
  11. Anmerkung: "Bitte möglichst zitieren! Aus der Höhe der Abgaben läßt sich auf die Stärke der Gemeinde schließen und vieles mehr."
  12. Anmerkung: "Diese Aussage ist genauer zu präzisieren, etwa in der Richtung, daß die katholische Geistlichkeit Helfer für liturgische Zwecke vorbereitete (= Techniken bimsen?), während Luther und -in seiner Gefolgschaft- Honterus auf Bildung aus waren, die das Selbst lesen und -verstehen der Bibel bezweckte. Das sind gewaltige Qualitätsunterschiede!"
  13. Anmerkung: "Neben diesen allgemeinen Feststellungen müßten noch Einzelheiten über die Dunesdorfer Kirche beziehungsweise Kirchenburg folgen."
  14. Anmerkung: "Die Sache mit dem Anlocken dürfte sich erst im nachhinein aus solche dargestellt haben. Da damals allgemein Arbeitskräftemangel herrschte, boten auch Klöster und Adel durchaus attraktive Bedingungen zur Ansiedlung. Die Schraube wurde erst später, als sich diese Bedingungen verschlechtert hatten, angezogen. Böse Absicht, von Anfang an, kann nicht direkt unterstellt werden."
  15. Anmerkung: "Dieser Sachverhalt ist zu kurz, als daß man ihn irgendwie in ein Gesamtbild einordnen könnte. Vielleicht gelingt es, ihn genauer zu fassen und als Teil dieses Gesamtbildes über das "alte" Dunesdorf zu präsentieren."
  16. Anmerkung: "Siehe Horvath: 'Siebenbürgische Kirchenburgen' oder anderes." [Zoltán György Horváth]. " Sind die siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen einzigartig in der Welt?" & "Bildergalerie - Landschaften / Ortschaften / Kirchenburgen - in Siebenbürgen"
  17. Anmerkung: "Ich würde diese Vermutung deutlicher als solche formulieren. Andere Ursachen kommen genauso in Frage."
  18. Persönliche Bemerkung vom unbekannten Rezensent: "Es ist erstaunlich in der siebenb. Geschichte, wie die Adligen immer wieder nach gleichem Muster juristisch Streit vom Zaum brechen. Dabei haben sie nichts zu verlieren, gewinnen aber in der Regel zumindest ein Stück dazu (Salami-Taktik). Und das nannte sich dann "Einvernehmen". Es war eben schon immer teuer, Freiheit zu bewahren, bis auf den heutigen Tag."
  19. Anmerkung: "Dieses Dokument scheint mir so wichtig, daß man es ganz zitieren sollte. Obiges könnte dann als Zusammenfassung erscheinen." Die Urkunde von 1680 ist nicht vorhanden, siehe aber "Auszug aus dem Dunnesdorfer Kirchenbuch von 1756"
  20. Johannes Honterus (1498 -1549), Humanist und Reformator der Siebenbürger Sachsen, aus Kronstadt
  21. Anmerkungen: "Sie war nicht verpflichtend! Schulpflicht gilt in Siebenbürgen erst ab 1722, wenn ich mich recht entsinne. Der Anstoß kam zweifellos von ihm, doch wurde dies erst durch Beschlüsse politischer Gremien in die Tat umgesetzt. So kann der Satz nicht stehen bleiben."
  22. Anmerkungen: "Heinz Brandsch hat dies als Frage hingestellt, und nicht als bewiesene Tatsache, obwohl er mit sehr guten Argumenten in diese Richtung gewiesen hat. Vor allem der wahrscheinlich schwache Schulbesuch dürfte diese Zurückhaltung bewirkt haben. Von einer allgemein guten Schulbildung der Siebenb. Sachsen kann man für jene Zeit leider nicht ausgehen. Gut wäre es, wenn hier Belege für das frühe Vorhandensein einer Schule in Dunesdorf angeführt werden könnten: Volkszählungen, Steuerregister, kirchliche Urkunden usw."
  23. Stephan Ludwig Roth (1796-1849), lutherischer Pfarrer und Schulreformer, aus Mediasch
  24. Anmerkungen: "Hier kann ich mangels Kenntnisse nicht mitreden, doch bezweifle ich den Inhalt des letzten Satzes, weil nur wenige aus unsern Dörfern den Weg in die Ackerbauschule fanden. Lassen Sie sich diesbezüglich von jemand anderem beraten. An diesem Punkt fehlt der direkte Bezug zu Dunesdorf, ohne den die Ausführungen zu allgemein bleiben. Gibt es keine konkreten Nachrichten aus D-dorf über den oben angesprochenen Komplex?"
  25. Quelle: Siebenbürgisch-sächsische Viehbrandzeichen, Albert Arz von Straussenburg, 1927, Nachdruck in "Beiträge zur siebenbürgischen Wappenkunde" (Siebenbürgisches Archiv Bd. 16, Böhlau Verlag, Köln 1981).
    (Ehemalige Seite "Eigentumsmarken & Viehbrandzeichen" von Uwe Andree)
  26. Anmerkungen: "Hier müßte noch aufgeführt werden, wieviel Arbeit für 1 Dollar und beispielsweise 100 Lei erbracht werden mußte: Tagwerke o.a. Ein sehr wichtiger Aspekt dieser Zeit!!! Es wäre ganz wichtig, dieses "Gastarbeiterproblem" auch namentlich zu dokumentieren. Da es auch in der "Neuen Welt" (=Amerika) nicht nur Zuckerschlecken gab, könnte möglicherweise auch auf die Nicht-Rückkehrer eingegangen werden. Denn nicht jeder blieb des Reichtums wegen, für gar manchen reichte das Erworbene nicht für die Heimfahrt. Es gibt hierüber auch Material in Gundelsheim." Siehe auch "USA-Auswanderer und Besucher aus Siebenbürgen" von Monika Ferrier (Seiten 83-93 sind Dunesdorfer, Deutsche und Rumänen).
  27. Anmerkungen: "Hier sind immer wieder Angaben erforderlich, öb dies nur die Sachsen für Sachsen geleistet haben, oder alle Bewohner für alle Dunesdorfer. Sonst kommt es zu Mißverständnissen, die manchem sogar in den Kram passen könnten. Außerdem könnten Bilder oder andere Veranschaulichungen an dieser Stelle besonders gute Informationen liefern. Auch andere Umstände wären interessant. Insgesamt muß dieser Sachverhalt genauer dargestellt werden. Zum Beispiel: Wer war Initiator? Wer hat die Sache besonders unterstützt: geistig, materiell? Welche Rolle haben die Amerikaner gespielt, die doch in manchen Ortschaften aus der Ferne mehr bewirkten als die Daheimgebliebenen?"
  28. Anmerkungen: "Wenn möglich sollten diese Daten genauer sein: Todesdatum, -ort, -umstande usf. Nur das würde dem Leidensweg dieser Menschen eigentlich gerecht werden. Dieser Bereich muß in allen Einzelheiten aufgearbeitet werden, am besten mit Schilderungen der betroffenen Leute. Das ist immer am wahrhaftigsten. Gibt es hierfür eine Gedenktafel in Dunesdorf? Wenn ja, sollte ein Foto dies dokumentieren."

. . . weiter (Zwangsarbeit in Russland)


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