Hüttenarbeiter auf Rothe Erde

Genealogie und Geschichte

im Großraum Aachen und Limburg (Deutschland, Niederlande und Belgien)
 



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Hüttenarbeiter auf Rothe Erde

(in Bearbeitung)

. . . Die Berufswahl des Hüttenarbeiters war sicher im ausklingenden 19. Jahrhundert sehr vielversprechend, verdiente doch im Jahr 1885 ein gelernter Hüttenarbeiter 18,00 M, ein ungelernter 12,00 M. Dagegen standen z.B. 11,75 M für einen gelernten bzw. 10,75 M für einen ungelernten Textilarbeiter oder ein Tuchhandweber in der Maschinenfabrik als gelernte Kraft 13,50 M, als ungelernte 11,40 M. Nur in Aachen in der Stadt verdiente ein Tuchhandweber annähernd so viel wie ein Hüttenarbeiter auf Rothe Erde.
Die Geschäfte der Hütte liefen ausgezeichnet und so wuchsen die Einwohnerzahlen der umliegenden Orte explosionsartig an. Haaren z.B. zählte im Jahr 1817 1.401 Einwohner, im Jahr 1871 bereits 2.853. Im Jahr 1905 waren es 5.201 Einwohner. 
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jh. boomte das Geschäft der Hütte ungeheuer. Man hatte das Patent für die Herstellung des Thomasstahl gekauft und wesentlich verbessert, so dass man mit dem hochwertigen Siemens-Martin-Stahl in Konkurrenz treten konnte. Man war mit dem Thomas-Verfahren in der Lage, das phosphathaltige Roheisen der lothringischen Eisenindustrie zu verhütten. Dadurch hatte man gegenüber den Hütten des Ruhrgebietes einen erheblichen Standortvorteil: die Frachtkosten für die Strecke Luxemburg - Rothe Erde betrugen auf dem Schienenweg 5,20 M, für Fracht bis Ruhrort 7,70 M. Selbst wenn man in Koblenz auf Schiffe umlud, waren noch 6,50 M an Frachtkosten zu zahlen. Mit der wesentlich verbesserten Qualität durch Modifizierung der Herstellung des Thomasstahls war man nicht mehr "nur" auf die Produktion von Eisenbahnschienen festgelegt, sondern konnte auch bei ehrgeizigen Brückenbauprojekten nennenswerte Aufträge sichern. . . . 


Literatur:

  1. Paul Emunds, Rauchfahnen - Streikfahnen - Staubfahnen auf Rothe Erde, über Eilendorf, Forst und Nirm, Heimatverein Eilendorf [Hrsg.], Eilendorf 1989.
  2.  

Bearbeitungsstand vom: 11.06.2004

 


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